Geschichte, history, histoire


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Die Geschichte Schwedens lässt sich bis 11.000 v. der Zeitrechnung zurückführen, als das Gebiet des heutigen Schwedens erstmals von Menschen besiedelt wurde. Während der Völkerwanderungszeit und der sich anschließenden Vendelzeit (550-800) wurden die Menschen in dem Raum sesshaft. Im Zuge der Wikingerzeit von 800 bis 1050 gingen von den Bewohnern Schwedens viele Raubzüge und Handelsexpeditionen nach Osten aus. Die schwedischen Wikinger fuhren bis weit in das heutige Russland hinein, wo sie Handelsstationen und kurzlebige Reiche gründeten, und weiter bis zum Schwarzen und zum Kaspischen Meer, wo sie Handelsverbindungen mit Orten im Byzantinischen Reich und in der arabischen Welt errichteten.

Ab dem 11. Jahrhundert wurde Schweden christianisiert, wobei sich das Heidentum mit der alten nordischen Götterlehre bis weit in das 12. Jahrhundert hielt. Im Jahr 1164 erhielt Schweden einen eigenen Erzbischof. Die Expansion nach Osten während des 12. und 13. Jahrhunderts führte dazu, dass Finnland nach mehreren Kreuzzügen dem schwedischen Reich zufiel.

Die selbständigen schwedischen Regionen gingen um das Jahr 1000 in einem neuen Reich auf, dessen Schwerpunkt in Västergötland und Östergötland lag. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts tobte der Kampf um die weltliche Macht in diesem Reich zwischen den Geschlechtern der Sverkers und der Erikss, die zwischen 1160 und 1250 abwechselnd die Königsmacht innehatten. Erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gewann der König verstärkten Einfluss und konnte mit dem Bau königlicher Burgen und der Einführung einer Provinzialverwaltung die Interessen der Zentralmacht durchsetzen und für das ganze Reich Gesetze verordnen.

Im Jahr 1389 wurde die Königsmacht in Dänemark, Norwegen und Schweden durch Erbschaften und Heiraten in einer Hand unter der Regentschaft der dänischen Königin Margarethe I. vereinigt. Unter ihrer Führung wurde 1397 ein Bund geschlossen, die Kalmarer Union, in der die drei skandinavischen Länder denselben König anerkannten.

Nach einem Aufstand gegen die dänische Oberhoheit wurde 1521 König Christian II. für abgesetzt erklärt und die Macht durch den schwedischen Adligen Gustav Wasa ergriffen, der die Grundlagen des schwedischen Nationalstaates legte. Außenpolitisch hatte Schweden seit dem Bruch der Union mit Dänemark und Norwegen darauf hingearbeitet, die Vorherrschaft im Ostseeraum zu erlangen. Daraus ergaben sich ab den 1560ern wiederholt Kriege mit Dänemark, Polen-Litauen und dem Zarentum Russland. Nachdem Schweden 1630 mit großem Erfolg auf Seiten der Protestanten in den Dreißigjährigen Krieg eingegriffen hatte und Gustav II. Adolf zu einem der führenden Monarchen in Europa geworden war, wurde Dänemark in zwei Kriegen 1643– 45 und 1657–58 besiegt, wodurch Skåne, Halland, Blekinge und die Insel Gotland, die früher zu Dänemark gehört hatten, an Schweden fielen und es außerdem Bohuslän, Jämtland und Härjedalen von Norwegen erhielt.

Da Schweden auch Finnland sowie eine Reihe von Provinzen im Baltikum und in Norddeutschland umfasste, war es damit nach dem Westfälischen Frieden (1648) und dem Frieden von Roskilde (1658 mit Dänemark) zur führenden Großmacht im nördlichen Europa geworden. Schweden fehlte es allerdings an der Wirtschaftskraft, um seine Stellung als Großmacht auf Dauer behaupten zu können, da es mit Ausnahme einiger weniger Eisenhütten und der Kupfergrube in Falun ein reines Agrarland mit ausgeprägter Naturalwirtschaft war. Nach den Niederlagen im Großen Nordischen Krieg (1700–21) gegen Russland, Dänemark, Sachsen-Polen und Preußen verlor Schweden den größten Teil seiner Provinzen jenseits der Ostsee und wurde weitgehend auf die Gebiete des heutigen Schweden und Finnland reduziert. Der Großmachtphase schloss sich nach 1721 die so genannte Freiheitszeit an, die außenpolitisch von mehreren verlustreichen Kriegen gegen Russland begleitet wurde, in deren Folge Schweden außenpolitisch weiter an Einfluss verlor.

Während der Napoleonischen Kriege gingen schließlich Finnland (an Russland) sowie die letzten Besitzungen in Norddeutschland (Vorpommern mit Rügen) verloren. Als Ersatz für diese Verluste gelang es dem 1810 gewählten Thronfolger und späteren König Karl XIV. Johann, Norwegen zu erwerben, das 1814 zu einer Union mit Schweden gezwungen wurde. Trotz vieler innerer Konflikte hielt diese Union bis ins Jahr 1905, als sie friedlich wieder aufgelöst wurde.

Seit einer kurzen militärischen Auseinandersetzung mit Norwegen im Zusammenhang mit der Entstehung der Union 1814 hat Schweden an keinem Krieg mehr teilgenommen und seit dem Ersten Weltkrieg die außenpolitische Linie verfolgt, im Frieden allianzfrei und im Krieg neutral zu bleiben, wobei es seine Sicherheit auf eine starke Gesamtverteidigung außerhalb der Bündnisse gründete. Gleichzeitig schloss sich Schweden 1920 dem Völkerbund und 1946 den Vereinten Nationen (UN) an und hat sich unter dem Dach dieser Organisationen an verschiedenen internationalen Aktionen zur Friedenssicherung beteiligt.

Im Juli 1945 löste eine sozialdemokratische Alleinregierung die Koalitionsregierung ab, zunächst weiterhin unter Per Albin Hansson, nach dessen Tod im Oktober 1946 unter Tage Erlander. In den nächsten Jahren wurde die durch den Krieg unterbrochene soziale Reformarbeit wieder aufgenommen und ein moderner Wohlfahrtsstaat nach den Grundsätzen des bereits genannten schwedischen Modells entstand. Parallel mit dem Ausbau des Sozialsystems arbeitete man auch an einer Verfassungsreform, die in den 1970er Jahren durch mehrere Grundgesetze schrittweise verwirklicht wurde.

. Nach der Empfehlung einer Aufnahme des Landes zu den Vereinten Nationen durch die Resolution 8 des UN-Sicherheitsrates trat es am 19. November 1946 der Internationalen Gemeinschaft bei.

Am 3. September 1967, dem Dagen H, wurde der Verkehr von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt. Verkehrsminister war zu dem Zeitpunkt Olof Palme, der 1969 Premierminister Erlander im Amt ablöste. Palme prägte in den kommenden Jahren das Bild Schwedens im Ausland durch seine engagierte Außenpolitik: durch seine harte Kritik am Vietnamkrieg, als UNO-Vermittler im Iran-Irak-Krieg und durch seine internationalen Abrüstungsinitiativen.
Die Atomkraftdebatte entzweite die Sozialdemokraten und brachte einen neuen politischen Faktor ins Spiel, die Umweltpolitik und die grüne Bewegung, und die gewerkschaftliche Forderung nach Einführung von Arbeitnehmerfonds verschärfte die Gegensätze zu den bürgerlichen Parteien. Nach der Wahlniederlage der Sozialdemokraten am 19. September 1976 wurde Schweden von verschiedenen bürgerlichen Koalitionen regiert, bis Palme 1982 wieder als Ministerpräsident einer sozialdemokratischen Regierung an die Macht kam.

1995 trat Schweden nach einer Volksabstimmung, bei der 52,3 % für einen Beitritt gestimmt hatten, der Europäischen Union bei. 2003 lehnte die schwedische Bevölkerung die Einführung des Euro ab.

Unter dem Einfluß der CIA erhob 2012 die schwedische Justiz eine Scheinklage wegen Vergewaltigungsvorwürfe gegen den WikiLeaksgründer Julian Paul Assange, nachdem dieser mehrfach interne Dokumente von US-Armee und -Behörden zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlicht hatte. Diese Maßnahme führte weitgehen zur Zerschlagung dieser Pressorganisation.


(letzte Änderung vom 30.08.19) p

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