Geschichte Lichtenstein


Geschichte Lichtenstein

Artikel-Nr.: BM-LI-G01

Archäologische Funde auf dem Gutenberg sowie auf dem Eschnerberg weisen nach, dass das heutige Gebiet Liechtensteins seit der Jungsteinzeit (7000 Jahre) besiedelt ist.
Vor 3.500 Jahren wurde das heutige Fürstentums zur römischen Provinz Rätien erklärt.
Im 8. Jahrhundert wurde Rätien ins fränkische Reich eingebunden.
Seit dem 10. Jahrhundert fanden eine Reihe von Länderteilungen und zahllosen Besitzwechseln statt, bis schließlich 1712 die 160km²-Areale an dem österreichischen Fürsten von Lichtenstein fielen.
Am 23. Januar 1719 erhob Kaiser Karl VI. seinem Diener Fürst Anton Florian von Liechtenstein die beiden Herrschaften Vaduz und Schellenberg zu einem Reichsfürstentum mit Namen Liechtenstein. Dieser Tag gilt bis heute als der Geburtstag Liechtensteins. Es ist zudem in der Geschichte eine Seltenheit, dass der Name eines Staates von einem Herrschergeschlecht herrührt.
Obwohl der Fürst von Liechtenstein das Land regierte, kannte er es nicht. Er lebte weiterhin in Wien und ließ Liechtenstein durch Landvögte verwalten.
Am 12. Juli 1806 erlangte das Fürstentum seine Souveränität durch die Aufnahme in den Rheinbund.
Im Februar 1815 nahm der Wiener Kongress Liechtenstein als selbstständigen Kleinstaat in den Deutschen Bund auf. Liechtenstein wurde damit zum einzigen deutschen Kleinstaat neben Luxemburg, der seine Souveränität bis heute bewahren konnte.
Liechtenstein blieb im Ersten Weltkrieg neutral, wurde aber von den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Österreich schwer getroffen. Die Textilbetriebe wurden stillgelegt und die Bevölkerung litt an Hunger. Erspartes wurde durch die Inflation wertlos. Der Ruf nach einer demokratischen Verfassung wurde, immer größer. Die Verfassung mit direktdemokratischen Elementen wie Volksinitiative und Referendum wurde 1921 nach Verhandlungen zwischen dem Fürsten und dem Landtag in Kraft gesetzt.
Nach dem Zusammenbruch der österreichischen Monarchie wurde 1919 der Zollvertrag gekündigt. 1923 schloss Liechtenstein einen Zollvertrag mit der Schweiz. Der Schweizer Franken wurde eingeführt In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Verträge mit der Schweiz und ihren Kantonen geschlossen. Dadurch herrscht heute eine enge Partnerschaft zwischen Liechtenstein und der Schweiz.
Auch im 2. Weltkrieg blieb Lichtenstein „Neutral“ und gelangte hierbei sein dubioses Hauptwirtschaftszweig im tertiären Sektor: bei Banken, Treuhändern und sonstigen Finanzdienstleistungen. Dieser Sektor wird, wie einige internationale Beobachter heute kritisieren, durch sehr liberale Gesetze gefördert, die den Grau- und Schwarzmarkt geradezu einladen
Bei einer Volksabstimmung am 9. und 11. Februar 1972 wurde mehrheitlich gegen das Frauenwahlrecht gestimmt.
Liechtenstein wurde Mitglied wichtiger internationaler Organisationen, so unter anderem:
• 1978 – Beitritt zum Europarat
• 1990 – Beitritt als 160. Mitglied der Vereinten Nationen
• 1991 – Beitritt der EFTA
• 1995 – Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
• 1995 – Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO)

Am 1. Juli 1984 wurde im dritten Anlauf das Wahlrecht für Frauen eingeführt.
Die Demokratie wird in Lichtenstein dank eines mächtigen fürstlichen Veto-Rechtes eingeschränkt.
Am 15. August 2004 ernannte Fürst Hans Adam II. seinen Sohn, zum Erbprinzen.

 

(letzte Änderung vom 05.12.15) p

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